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HOFHEIM
Hofheimer Carneval Club meisterte
Kriminalkomödie mit Bravour
Von unserem Redaktionsmitglied Brigitte
Schubart
Sehr gute schauspielerische Fähigkeiten bewiesen die Laienschauspieler der HCC-Theatergruppe bei der Deutschland-Premiere der Kriminalkomödie „Nonnenfinsternis“. In vier Vorstellungen unterhielten die HCC'ler die Besucher im Pfarrheim bestens.
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Zwar
war der Saal nicht bei allen Vorstellungen bis auf den letzten Platz gefüllt,
doch die, die gekommen waren, kamen auf ihre Kosten und bejubelten die
hervorragend inszenierte Komödie von Erika Kainberger-Kapeller. Die Rollen
waren in dem kurzweiligen Dreiakter treffend verteilt. Die Bühne des Pfarrheims
war zum Büro eines Bestattungsunternehmens umfunktioniert worden.
Die
schöne Nadja, eine hochnäsige, eingebildete Geschäftsfrau – super dargestellt
von Katrin Schüll im weißen Hosenanzug mit Einkaufstüten von „Viva la Diva“ –
war nur wegen des Geldes mit Oliver (Axel Neumeier), dem Inhaber des
Bestattungsunternehmens, verheiratet. Dass die beiden schon seit längerem
Eheprobleme hatten, konnten sie auch vor den Zuschauern nicht verbergen. Sie gingen
regelmäßig zum Psychiater. Diese schwierige Rolle meisterte Maximilian Häfner
mit Bravour.
In
den Sitzungen glaubte Oliver allerdings immer noch, dass seine Ehe gerettet
werden könne. Doch Nadja, die sich nicht von seinem Geld – jedoch von ihm –
trennen möchte, plant mit dem Psychiater durchzubrennen. Oliver müsste dazu nur
„verrückt“ gemacht werden, damit man ihn die Nervenheilanstalt einweisen könne.
Die
beiden hatten ein leichtes Spiel, denn als Oliver wieder einmal im Pyjama mit
ausgestreckten Armen mitten in der Nacht über die dunkle Bühne schwebte, war
Nadja schon in ihr Nonnenkostüm geschlüpft und hatte in der Finsternis einen
Kerzenleuchter auf den Schreibtisch abgestellt. Dann forderte sie ihren
Noch-Ehemann quasi mit einer Stimme aus dem Nichts auf, das Fenster zu öffnen
und hinaus zu springen. Diese Szene wiederholte sich mehrmals.
In
seiner Not vertraute sich Oliver dem Psychiater an, nichtsahnend, dass dieser
ja ein leichtes Spiel hatte und ihn mit seinen Analysen, die von drohender
„Psychopathie“ bis Schizophrenie reichten, verwirrte.
Auch
der Polizist Valentin (Alexander Welz), den Oliver informierte, kam mit seinen
Recherchen voran. Und Olivers verträumte, arme, vom Leben gebeutelte Sekretärin
Irma und „Mädchen für alles“ (Alexandra Neumeier), die noch nie einen Mann
hatte und heimlich – für das Publikum jedoch offensichtlich – schon Jahre lang
in ihren Chef verliebt war, bemerkte, dass mit ihrem Verehrten etwas nicht mehr
stimme. Bei der privaten Buchhaltung stieß sie auf einen Rechnungsbeleg von
„Kostümverleih Lunz“, wo ein Nonnenkostüm ausgeliehen wurde und mit der
Kreditkarte von „ihrem“ Oliver bezahlt wurde. Zusammen mit Oliver und dem
Polizisten hatte sie nun den vollen Durchblick, wer hinter den ganzen
Mordversuchen steckte und so drehten sie gemeinsam den Spieß um. . . Sie
stellten die Nonne zur Rede, als diese wieder dabei war, den Traum ihres Mannes
zu manipulieren. Nadja leugnete nicht lange und gab sich geschlagen – zur
heimlichen Freude von Irma. Als ihr Chef auch noch gestand, dass er sich frisch
verliebt hätte, hatte sie große Hoffnungen – bis die neue Geliebte des
Bestatters, Steffi (Tanja Michalke), schon überschwänglich zur Tür herein
kam.
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Für
den Psychiater, der mit seiner Geliebten abgeführt wurde, war der Schluss auch
nicht gerade lustig. Da tauchte auch noch seine geldgierige Frau (Sophia
Schmitt) auf, vor der er geflüchtet war und schlug mit voller Wucht mit ihrer
Handtasche auf ihn ein.
Kein
Happy-End gab es für die „arme Irma“, die ihren über alles geliebten Chef doch
nicht bekam. Aber sie – oder besser gesagt die Darstellerin der „Irma“ – konnte
sich ja trösten, denn schließlich ist sie im richtigen Leben mit dem „Oliver“
verheiratet. Dieser versicherte, dass er die Rollen im nächsten Jahr anders
aussuchen werde. Und so war das Geheimnis schon gelüftet: Der HCC wird im nächsten
Jahr wieder Theater spielen.
Die
Regie lag in den Händen von HCC-Präsident Axel Neumeier.